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30. Juni 2007, 00:45

Krank, dick und dumm durch zuwenig Schlaf?

von: CwB, www.andersleben.at

Einmal ernsthaft über das Schlafen nachgedacht, stellt sich die Frage nach dessen Funktion. Ein Artikel in der Gehirn & Geist, Ausgabe 6/2007, Seite 38, beschäftigt sich mit diesem Thema.

Evolutionstechnisch spricht gegen den Schlaf, dass man sich währenddessen nicht gegen Angreifer wehren kann und somit dem natürlichen Ausleseverfahren zum Opfer fällt. Trotzdem müssen wir - genauso wie unsere Vorfahren - täglich schlafen, also unser Wachbewusstsein verlieren. Einerseits regenerieren wir uns während dieser Zeit, andererseits führen wir vielleicht auch psychologische Prozesse, die nur in diesem Zustand möglich sind, durch.

  • krank - Bei Erkältungen etwa steigt hormonell bedingt das Schlafbedürfnis. Während des Schlafes werden dann verstärkt Stoffe zur Bekämpfung derselben produziert. Es gibt auch Anzeichen dafür, dass sich die hormonelle Regulation des Schlafes positiv auf das Immunsystem auswirkt.
     
  • dick - Obwohl man im Wachzustand mehr Energie verbraucht als im Schlaf, nimmt man laut Studie zu, wenn man durchschnittlich weniger als sieben Stunden pro Tag schläft. Dass man während des Schlafes keinen Hunger hat, da währenddessen ihn unterdrückende Hormone produziert werden, spricht auch für diese These. Der Umkehrschluss, dass man abnimmt, wenn man viel schläft, ist aber anscheinend nicht zutreffend.
     
  • dumm - Einer Theorie zufolge werden während des Schlafes die im Laufe des Wachens gesammelten Eindrücke und Informationen verarbeitet und gespeichert. Dabei handelt es sich um einen aktiven Verarbeitungsprozess, im Zuge dessen auch Probleme, mit denen man sich zuvor beschäftigt hat, gelöst werden können. Übermüdete Personen zeigen übrigens ähnliche Defizite wie betrunkene. Folgt Schlafentzug auf Schlafentzug, verliert man das Gefühl für den damit einhergehenden Leistungsabfall, den man bei den ersten Malen noch wahrnimmt.
     

Die nötige Schlafdauer ist - genetisch bedingt - individuell verschieden. Jugendliche benötigen in der Regel mehr Schlaf als ältere Personen. Wichtig ist, sich auf den Schlaf vorzubereiten, indem man schon einige Zeit vorher Stress und Aufregung meidet. Schläft man in der Nacht zu kurz, hilft ein Nickerchen untertags, das dann allerdings nicht länger als eine halbe Stunde dauern darf, um wirksam zu sein.

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Kommentare

05. Juli 2007, 17:39 Mittagsschläfchen sind wirklich meines!

von: Zweiberg

Also ich bin ja auch ein Verfechter des Mittagsschläfchens,

und da ich aktuell meine Arbeit so eingeteil habe, dass ich Donnerstag Mittag nach Hause gehe geht es sich theoretisch auch 4 Mal die Woche bei mir aus. Ist nicht immer der Fall, aber so ein bischen entspannen fern der geregelten Arbeit fördert mein Wohlbefinden und auch meine Kreativität enorm.
In der Arbeit ist es zur Zeit nicht recht möglich da auch wir in einer Neidgesellschaft leben und wir uns in meinem Team, obwohl sehr liberal, da nicht den Unmut Anderer zuziehen wollen und so sitzen wir halt auch halb tot so vor den PCs zwischen 1 und 2 am Nachmittag, wissentlich dass es produktiver, vernünftiger und besser für jeden von uns wäre so ein Mittagsschläfchen jetzt zu halten.

Wie es so schön heißt "Menschenfleisch will gepeinigt sein".

Also dann
Ich leg mich mal hin....mein Mittagsschläfchen ist schon überfällig heute

Zweiberg 17.39 over and out

Kommentare

16. November 2007, 00:38 Schlafentzug

von: CwB, www.andersleben.at

Interessante Informationen, die ich in einem Gehirn & Geist-Artikel gelesen habe:

Bei Schlafentzug arbeitet unser ventromedialer, präfrontaler Kortex nicht im gewohnten Ausmaß. Dieser ist bei Entscheidungen für die Koordination von Verstand und Gefühl verantwortlich. Trifft jemand in übermüdetem Zustand eine Entscheidung, bleibt die Moral auf der Strecke, der Verstand übernimmt die Führung. Im wachen Zustand hätte man die Entscheidung so nicht getroffen.

Außerdem werden komplexe, moralische Entscheidungen im wachen Zustand schneller getroffen - wahrscheinlich, weil man da aus zwei Quellen schöpfen kann.

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