Desktop-Version
zur Navigationzum Inhalt
Suche
16. Februar 2016, 23:54

Augen auf – auch beim Bio-Kauf

von: Christian

Ökotest hat Kindergeschirr getestet und empfiehlt Plastik statt Bambus.

Wie in einem Beitrag im Ö1 Konsumentenmagazin vom 13. Februar berichtet, fielen beim Test von 16 unzerbrechlichen Geschirren ausgerechnet die Öko-Produkte durch. Mit solchem Geschirr bringen Eltern ihren Kindern das Essen aus Tellerchen und Schüsselchen bei. Sind diese meist aus Plastik gefertigt, greifen gesundheitsbewusste Eltern gerne zu Alternativen aus Bambusfasern und Maisstärke.

Da strenge Regelungen für chemische Inhaltsstoffe gelten, werden die konventionellen Produkte meist aus Melamin oder Polypropylen gefertigt. Diese gelten bis zu einer Temperatur von 70 bzw. 100°C als beständig. Wird es wärmer, kann das Kunstharz Formaldehyd absondern, welches von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als „krebserregend für Menschen“ eingestuft wird.

Die Verpackungen der Öko-Alternativen rühmen deren nachhaltige Produktion, das Geschirr soll biologisch abbaubar sein. In 4 der 5 getesteten Produkten konnte aber Melamin nachgewiesen werden. Die Bambusfasern und Maisstärke wurden anscheinend mit Kunstharz verklebt, weshalb es sich aber um keine Öko-Produkte handelt. Bei einer Probe sonderte sich beim Erhitzen gar Formaldehyd über dem gesetzlichen Grenzwert ab. Das Produkt ist nicht verkehrsfähig.

Der Ökotrophologin Sonja Fahmy zufolge hält sich der Lerneffekt von speziellem Kindergeschirr aus Plastik ohnehin in Grenzen. Die Kinder sollen daher bereits früh an Porzellan-Geschirr in altersentsprechender Größe herangeführt werden, so die Expertin.

Alle Details im Ökotest-Testbericht

Bio-Wein und Schadstoffe

Bei konventionell betriebener Landwirtschaft werden die Schädlinge mit Pestiziden, Unkräuter mit Herbiziden und Pilze mit Fungiziden ferngehalten. Besonders beim konventionellen Weinbau werden den empfindlichen Reben große Mengen dieser synthetischen Mittel zugemutet.

Einsatz von Pestiziden in der EU (kg/ha)

Getreide (1)Mais (1)Ölsaat (1)Zuckerrübe (3)Obstbäume (5,5)Kartoffeln (6)Zitrusgewächse (6)Weintrauben (21)

Quelle: The use of plant protection products in the European Union: Data 1992-2003, European Commission (2007)

Diese synthetischen Mittel belasten jedoch nebenbei auch die Bodenorganismen, die Reben und bleiben sogar als Rückstand im Wein.

Pestizid-Rückstände in konventionell hergestelltem Wein

Infografik Pestizid-Rückstände in konventionell hergestelltem Wein

6 %
keine Pestizid-Rückstände

88 %
Pestizid-Rückstände

6%
Pestizid-Rückstände über Höchstmenge

Quelle: Bayrisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Deshalb sind im ökologischen Anbau synthetische Dünger sowie chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verboten. Erstaunlich, dass auch der Großteil der Bio-Weine Rückstände aufweist!

Pestizid-Rückstände in Bio-Weinen

Infografik Pestizid-Rückstände in Bio-Weinen

39 %
keine Pestizid-Rückstände

61 %
Pestizid-Rückstände

Quelle: Bayrisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Ich denke, wir sollten uns also nicht auf ein Siegel alleine verlassen, sondern immer auch recherchieren, ob es bereits Untersuchungen zur Qualität des gewählten Lebens- oder Genussmittels gibt. Vor allem, wenn wir es häufiger, vielleicht sogar regelmäßig kaufen.

Gefällt nicht:

zurück zur Übersicht Kommentar hinzufügen

Für den hier dargestellten Inhalt ist nicht der Betreiber der Plattform, sondern der jeweilige Autor verantwortlich. Falls Sie Missbrauch vermuten, bitten wir Sie, uns zu kontaktieren.