Die neuen alten Ernährungsregeln
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von: Christian
Die deutschsprachigen Gesellschaften für Ernährung haben ihre 10 Ernährungsregeln aktualisiert. Die Regeln basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, welche ja immer nur vorläufige Erkenntnisse sind. Sie gelten nur so lange, bis sie wiederlegt oder von aktuellerem Wissen abgelöst werden.
Doch was genau hat sich geändert? Die Antwort soll ein Vergleich der alten Regeln aus 2013 (vgl. Heseker & Heseker 2014, 14 f.) und den neuen Regeln aus 2017 (vgl. DGE 2017) bringen:
1. Lebensmittelvielfalt genießen
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1. Die Lebensmittelvielfalt genießenEs wird nun auch erklärt, dass ein abwechslungsreiches Essen notwendig ist, da kein Lebensmittel alleine alle Nährstoffe enthält.
2. Gemüse und Obst – nimm „5 am Tag“
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3. Gemüse und Obst – Nimm „5 am Tag“Es wird nun spezifiziert, dass es 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst sein sollen. Zudem werden nun auch Hülsenfrüchte und ungesalzene Nüsse genannt. Der Hinweis auf saisonale Produkte ist hingegen entfallen.
3. Vollkorn wählen
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2. Reichlich Getreideprodukte sowie KartoffelnDie augenfälligste Änderung betrifft Punkt 3 (vormals 2): Die Empfehlung, reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln zu essen, wurde abgeschwächt - und an die dritte Position zurück gereiht. Ein reichlicher Konsum an Getreideprodukten scheint nicht mehr gefragt.
4. Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen
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4. Milch- und Milchprodukte täglich, Fisch ein- bis zweimal in der Woche, Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in MaßenDie Beschränkung „Eier in Maßen“ ist entfallen und auch die nachhaltige Herkunft von Fischen wird nicht mehr thematisiert.
5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen
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5. Wenig Fett und fettreiche LebensmittelDie Beschränkung fettreicher Lebensmittel wurde durch einen Fokus auf gesundheitsfördernde (Pflanzen-)fette ersetzt. Der Hinweis auf das gesteigerte Risiko für Fettstoffwechselstörungen durch zu viele gesättigte Fettsäuren wurde entfernt.
6. Zucker und Salz einsparen
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6. Zucker und Salz in MaßenDie neuen Regeln wurden um den Maximalwert von 6 g Salz pro Tag ergänzt.
7. Am besten Wasser trinken
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7. Reichlich FlüssigkeitWährend bisher die Menge der Flüssigkeit im Fokus stand, verschiebt sich dieser nun auf kalorienarme Getränke. Darauf wurde bisher erst in der Beschreibung verwiesen. Zusätzlich zum Übergewicht wird nun Diabetes mellitus Typ 2 als Folge zuckergesüßter Getränke genannt.
8. Schonend zubereiten
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8. Schonend zubereitenDie Zubereitung mit möglichst niedrigen Temperaturen ist entfallen und auf die Verwendung frischer Zutaten, um überflüssige Verpackungsabfälle zu reduzieren, wird nicht mehr hingewiesen.
9. Achtsam essen und genießen
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9. Sich Zeit nehmen und genießen10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben
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10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleibenStatt regelmäßigem Sport rückt nun moderate körperliche Aktivität in den Fokus. Der Hinweis auf den Umweltschutz wurde entfernt.
Fazit
Fett sind nicht mehr ganz so böse, Getreideprodukte haben ihren Heiligenschein verloren und gesellschaftliche wie ökologische Hinweise wurden entfernt. Ansonsten bleiben die Regeln im Großen und Ganzen bestehen und wurden nur mancherorts präzisiert.
Quellen
DGE (2017). Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. Online. Verfügbar unter https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/ [Abgerufen am 28. 4. 2018]
Heseker, H. & Heseker, B. (2014). Die Nährstofftabelle. 3. vollständig überarbeitete Auflage. Neustadt an der Weinstraße: Umschau