Ernährungsbedingte Krankheiten
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von: CwB
Frei nach dem Motto „du bist was du isst“ gibt es Krankheiten, die durch die Ernährung (mit)bedingt werden. Der Lektüre Dr. Brukers folgend1 können die Krankheitsursachen generell in folgende Gruppen eingeteilt werden:
Ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten
In seinem Buch „Unsere Nahrung – unser Schicksal“ untersucht Dr. Bruker das Zustandekommen von Krankheiten der ersten Gruppe.
Durch das einseitige Düngen mit Mineralien – und dem damit einhergehenden Humusschwund – sind die Lebensmittel nicht mehr so vollwertig wie früher, auch führt der Einsatz von Insektiziden und Pestiziden zu einer Schädigung. Diese Schadstoffe befinden sich nebenbei bemerkt in der gesamten Pflanze, weshalb das Waschen vor dem Verzehr keine Verbesserung bringt. Entfernt man gar eine essbare Schale, gehen die direkt unter der Schale sitzenden Wirkstoffe verloren, die die Leber bei der Entgiftung unterstützen.
Diese Aspekte stellen aber nur eine zusätzliche Schädigung dar, den ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten ist vor allem ein Mangel an den verschiedenartigen Vitalstoffen gemein. Das Mehl wird nicht mehr voll ausgemahlen, unzählige Nahrungsmittel werden mit Fabrikzucker gesüßt und die Milch und ihre Produkte werden dem Pasteurisiuerungsprozess unterzogen. Die H-Milch, mit der ein Großteil des Milchbedarfs gedeckt wird, wird durch Ultrahocherhitzung noch weiter entwertet und Öle sowie fabrikatorisch hergestellte Fette durchlaufen chemische und physikalische Prozesse. Diese Nahrungsmittel werden – wie es auch bei genmanipulierten der Fall ist – in ihrer Zusammensetzung verändert.
Für einen reibungslosen Stoffwechsel müssen jedoch alle Vitamine vorhanden sein. Auch das Verhältnis der Vitamine zueinander ist wesentlich – und die Zufuhr eines einzelnen Vitamins bedeutet einen verhältnismäßig großen Mangel der Anderen, weshalb eine Einnahme von Einzelvitaminen ohne Erfolg bleibt.
Um gesund zu bleiben benötigt man jedoch alle im richtigen Maß – es führt also kein Weg an der richtigen Ernährung vorbei!
Lebens- und Nahrungsmittel
In seinen Ausführungen stützt sich Dr. Bruker auf Prof. Kollath, welcher Lebensmittel von Nahrungsmitteln unterscheidet. Erstere „leben“ und können in naturbelassen, nur mechanisch verändert und fermentativ verändert unterteilt werden. Nahrungsmittel hingegen sind „tot“, also lediglich Träger von Nährstoffen, reichen zur Erhaltung der Gesundheit nicht aus und wurden durch Erhitzung, Konservierung oder Präparierung denaturiert.
Ein unverändertes Lebensmittel bringt alle zu seiner Verdauung benötigten Vitalstoffe – Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe – von Natur aus mit. So enthält rohes Gemüse und rohes Obst vor allem wasserlösliche, fetthaltige Lebensmittel hingegen fettlösliche Vitamine. Fehlt nur ein Vitamin, wird diese Kette unterbrochen und der Stoffwechsel gestört. Bei auxonfreier Ernährung, der essenzielle Inhaltsstoffe fehlen, kommen – mit Ausnahme von Vitamin B1 – die fett- und wasserlöslichen Vitamine nicht zur Wirkung.
Da die Vitamine in verschiedenen Milieus verschieden beständig sind, werden sie bei mechanischer Einwirkung, Erhitzung, Konservierung und Präparierung während der Nahrungsmittelbearbeitung unterschiedlich stark geschädigt. Dadurch ändert sich das Verhältnis der Vitamine untereinander – ein ebenso unvorteilhafter Umstand wie ein genereller Vitaminmangel.
Durch Erhitzung werden die Fermente sowie die Aroma- und Duftstoffe vernichtet und der Vitamingehalt herabgesetzt. Aufgrund der unterschiedlichen Hitzeempfindlichkeiten wird das Verhältnis der einzelnen Vitamine untereinander verschoben. Eine kurze Erhitzung bei hoher Temperatur (z. B. im Drucktopf) schädigt die Vitamine weniger als eine lange Erhitzung bei weniger hohen Temperaturen. Unabhängig vom Topf sollte Gemüse nur bissfest gekocht werden. Bei der erhöhten Hitze werden aber andere wichtige Stoffe stärker geschädigt.
Aufgrund deren unterschiedlichen Löslichkeit wird auch das Verhältnis der Mineralsalze untereinander verändert.
Beim Tiefkühlen mit −40°C ist hingegen kein Vitaminverlust nachweisbar, bei den üblichen −18°C fällt er praktisch nicht ins Gewicht.
Laut einer Studie kommen Diabetes, Koronarthrombose und Saccharidose nur bei Völkern vor, die raffinierte Kohlenhydrate – Fabrikzucker und Auszugsmehle – zu sich nehmen. Die Krankheitserscheinungen ernährungsbedingter Krankheiten sind erst spät erkennbar – beim Menschen oft erst nach 30 Jahren. Die krankhaften Veränderungen kommen bei anhaltender Mangelernährung von Generation zu Generation stärker zum Vorschein.
Auszugsmehl
Da Mehl aufgrund des ölhaltigen Getreidekeims in wenigen Wochen ranzig wird, wird dieser beim Auszugsmehl – einer Konserve – vor dem Mahlen entfernt. Auch die zellulosehaltigen Randschichten, die früher nur als Ballast galten, werden zuvor entfernt, man verwendet nur den stärkehaltigen Kern. Heute gilt der Getreidekeim jedoch als Hauptlieferant für Vitamin B1 – der menschliche Bedarf kann kaum ohne Vollkorngetreide gedeckt werden. Der deutsche Bundesbürger nimmt z. B. pro Tag nur etwa 0,8 mg Vitamin B1 zu sich, während eine gesunde Ernährung 1,5 mg enthalten sollte. Es herrscht eine ständige Unterversorgung.
Vitamine sind zwar nur bis maximal 160°C hitzebeständig und Vollkornbrot wird bei 220 bis 250°C gebacken. Da der Brotteig aber während des Backvorgangs ständig das in ihm enthaltene Wasser „ausschwitzt“, hat dieser im Inneren nur ca. 95°C. Die enthaltenen Fermente sind aber lediglich bis 45°C hitzebeständig, weshalb täglich auch unerhitztes Getreide gegessen werden muss – ein Rezept dazu habe ich vor kurzem veröffentlicht.
Fabrikzucker
Derselben Anschauung folgend wurde analog zum Auszugsmehl der Fabrikzucker als „isoliertes Kohlenhydrat“ geschaffen. Während der Naturzucker in unverfälschten Lebensmitteln in ein organisches Ganzes eingebettet ist, wurde der Fabrikzucker aus diesem Gefüge herausgenommen – es fehlt ihm an Vitalstoffen.
Für den Abbau des Zuckers sind Fermente vorwiegend aus den Vitaminen des B-Komplexes nötig, wodurch ein Zuviel an Zucker einen Vitamin-B-Mangel bedingen kann. Nimmt man nun durch Auszugsmehl bedingt nur kleinste Mengen an Vitamin B1 auf und werden diese zur Umwandlung von in Massen genossenem Zucker benötigt, steht nicht mehr genug davon z. B. für die Nervenzellen zur Verfügung.
Die Unverträglichkeit eines Nahrungsmittels liegt nicht in der eigenen Zusammensetzung und Beschaffenheit, sondern in der übrigen Nahrungszusammenstellung. So vertragen z. B. Kranke oft zur Gesundung beitragendes Vollkorngetreide und ungekochtes Gemüse nicht, solange Fabrikzucker, gekochtes Obst und Säfte konsumiert werden. Die Darmflora ist auf die jeweilig konsumierte Kostform abgestimmt, ändert man die Zusammensetzung der Kost, passt sich nach gewisser Zeit auch die Darmflora an. Fabrikzucker ist also einerseits für die Entstehung der Erkrankung, andererseits aber auch für deren Unheilbarkeit verantwortlich. Dabei gibt es keinen Unterschied zwischen fabrikatorisch hergestelltem braunen und weißen Zucker.
Fabrikzucker macht einerseits nur bei Menschen mit Störungen der Verdauungsorgane – Magen, Darm, Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse – andere Lebensmittel unverträglich, nicht aber bei gesunden. Andererseits kommt es bei Fabrikzucker – im Gegensatz zu Obst – zu immer größerem Verlangen danach, je mehr man davon isst. Dies ist auch bei den Genussmitteln Alkohol, Tabak und Kaffee zu beobachten.
Fabrikfett
Beim Fabrikfett handelt es sich um chemisch reines Fett, dem die für die Erhaltung der Gesundheit notwendigen fettlöslichen Vitamine und hochungesättigten Fettsäuren fehlen. Dies kommt z. B. durch die Prozesse der Härtung, Umesterung und Emulgierung zustande.
Beim Cholesterin, das nur in tierischen Fetten enthalten ist, handelt es sich wie beim Lecithin um unentbehrliche, lebensnotwendige Stoffe. Lagert sich Cholesterin in den Gefäßwänden ab, deutet dies auf einen krankhaft veränderten Stoffwechsel hin, bei intaktem Stoffwechsel kann das aufgenommene Fett verarbeitet werden. Für die Entstehung von Arteriosklerose ist hingegen der Genuss von isolierten Kohlenhydraten – Auszugsmehle und Fabrikszucker – von entscheidender Bedeutung.
Butter besitzt genauso ungesättigte Fettsäuren, die den Cholesteringehalt im Blut senken, muss jedoch nicht technisch verändert werden, um eine Emulgierung zu erreichen.
Säfte
Bei der Saftherstellung gehen zwar die wasserlöslichen Vitamine in den Saft über, die übrigen für die Entfaltung der ersteren wichtigen biologischen Wirkstoffe bleiben aber in den Resten. Da beim Genuss von Säften in kurzer Zeit viele Vitamine konsumiert werden, schnellt die Blutzuckerkurve nach oben, wodurch die Bauchspeicheldrüse zu vermehrter Insulinproduktion angeregt wird.
Vorbeugung
Um ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten vorzubeugen, sollte man folgende Ratschläge beherzigen:
Fühlt man sich noch gesund, reicht es, wenn 1/3 der Nahrung aus Frischkost besteht, im Krankheitsfall kann eine generelle Umstellung auf Frischkost notwendig sein. Um einer Unbekömmlichkeit vorzubeugen sollten besonders Empfindliche während der Umstellung einige Wochen komplett auf Fabrikzucker, Honig, gekochtes Obst, Trockenfrüchte und Säfte verzichten.
Quelle
1 Unsere Nahrung – unser Schicksal, Dr. med. M. O. Bruker, Lahnenstein 1986
2 Zitiert nach S. 440